Kirsti Ludwig


Den Stil meiner Ausbildung von Pferd und Reiter mit am meisten geprägt, hat sicherlich mein langjähriger Trainer Gereon Wimmer. Schon vor vielen Jahren predigte er seinen Schülern das Reiten in den Seitengängen, Longieren, Langzügelarbeit, Stangentraining etc. - hielt uns also zur vielfältigen und gründlichen dressurmäßigen Gymnastizierung an. Zu dieser Zeit in der Gangpferdeszene noch eher unüblich. Mancher Orts war man gar noch der Meinung, das Gangpferd würde hierdurch Schaden nehmen und dürfe ausschließlich hoch erhobenen Hauptes möglichst schnell geradeaus geritten werden.


Foto: Ben Wendler

Gereons Ausbildung verdanke ich auch eine Schachtel mit hübschen Schleifen, die Blika und ich zusammen erreiten konnten, aber vor allem viel Wesentlicheres.

Neben fachlichem Wissen, zum Beispiel das Wissen darum:
- Mensch und Pferd zu motivieren
- mit Geduld bei seinem Plan zu bleiben
- dennoch bei Schwierigkeiten flexibel, schnell und auch mal unkonventionell zu handeln
- und, neben vielen anderen Kleinigkeiten mir sehr wichtig geworden, die Dinge im Kontext zu sehen.

Das heißt Lektionen nicht einfach abzuspulen.

Ich wünsche mir, dass meine Schüler immer wissen warum man etwas reitet, wofür das gerade jetzt in dem Augenblick für dieses Pferd gut ist, aber für ein anderes Pferd gar nicht oder in etwas abgewandelter Form. Sie sollen lernen, dies selbstständig zu erkennen und ihr erlerntes „Werkzeug“ sinnvoll einzusetzen.

Auch wenn ich „fremdgegangen“ bin und mir einen Lusitano gekauft habe, dessen Ausbildung mir viel Freude macht und der Anteil an „Dreigängern“ in meiner täglichen Arbeit dauernd wächst, betone ich immer wieder, wie viel anspruchsvoller sich die Arbeit mit jedem Gang mehr darstellt. Ein schlecht gerittener Warmblüter wird, bis auf eventuelle Passtendenzen im Schritt, seine drei Gangarten immer beibehalten.

Wie viel sensibler und störanfälliger sind da doch die Gangpferde. Da ist ein Gang schnell mal weggeritten und ein anderer braucht unter Umständen Jahre, um sich aufzubauen. Wissen und Erfahrung mit Gangpferden bezüglich Gangverteilung, Einfluss von Exterieur und Charakter, Energien, körperlicher wie mentaler Spannungszustände etc. befruchtet auch die Arbeit mit dem Dreigänger sehr. Andersrum  ist das „Dreigänger Reiten“ für den Gangpferdereiter extrem förderlich, vor allem den Sitz und  auch das so oft vernachlässigte Galoppieren betreffend.

Ich möchte keines von beiden mehr missen! Finde gerade die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden „Arten“ jeden Tag spannend! Zu einem hohen Prozentsatz ist es, hier wie dort, immer wieder die Losgelassenheit und Geschmeidigkeit die den Schlüssel zur Lösung vieler Probleme darstellt.

Als Reitliteratur- und Kursjunkie habe ich viel gelesen und gesehen und ziehe mir überall heraus, was mir gefällt.

Früher absoluter Longiermuffel, habe ich mir zum Beispiel eine supereffektive, geschmeidigmachende Longiermethode zu eigen gemacht, die eine Art Mischung aus der, durch Dominique Barbier bekannt gewordenen, Art des einseitig ausgebundenen Longierens und der Freiarbeit von Hans-Jürgen Neuhauser darstellt. Aber auch die setze ich nicht wahllos und auch nicht bei allen Pferden und nicht immer ein, es gibt immer wieder einen, bei dem ich mich generell oder auch nur in bestimmten Phasen für das Longieren mit Kappzaum entscheide.

Seit neuesten helfe ich einmal die Woche bei Anja Beran aus, sie ist für mich die „Geraderichtungskönigin“. Kein mir bekannter Trainer sonst praktiziert dies so individuell, akribisch und durchdacht wie sie.

Die planmäßigen Geraderichtung ist eines meiner absoluten Lieblingsthemen. Dem meines Erachtens generell viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Dabei wird das nicht geradegerichtete Pferd, egal ob das Ziel die Piaffe oder der Rennpass ist, immer unter seinen Möglichkeiten bleiben. Freizeitreiter sollten sich aus Gründen der Gesunderhaltung damit befassen, beziehungsweise wenigstens deren Trainer.

Ich liebe es, die oben angerissenen Zusammenhänge mit Geduld und Leidenschaft an Interessierte weiterzuvermitteln! Durch Umzüge und Verkäufe gibt es auch immer wieder Kapazitäten für „Neue“.

Zu finden bin ich am Stroblhof in Hohenschäftlarn, in Schelmenwinkel in Raisting, sowie immer wieder in Martinsholzen, in Percha, Eurasburg und Farchach, also rund um Starnberg.

Wenn Sie mehr über mich wissen wollen oder an Reitstunden interessiert sind, können Sie sich jederzeit unter der Mobil - Nr. 0173/35 60 421 mit mir in Verbindung setzen.

Ihre
Kirsti Ludwig
 


 

 

 

 

 

 
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